Gedicht von Norbert Heinrich
GOLFEN IN ALTENTANN
Gedicht über 18 Löcher von Norbert Heinrich
Golf kann - das weiß man allgemein
so himmlisch schön, wie teuflisch sein.
und hat dich erst der Golferwahn
kommst du auch mal nach Altentann.
Betrittst du dann das Areal
empfindest du zuerst einmal
bei all der Rosenpracht allein,
das muß der Garten Eden sein.
Als Warnung , daß in Altentann
das Spiel auch höllisch werden kann,
dient- daß das Sekretariat
auch einen schwarzen Engel hat.
Zum 1. Tee - die Freude groß
den Handschuh an, schon geht es los.
Das obere Fairway ist das Ziel -
und allseits noch ein schönes Spiel.
Ein Hieb, der Ball ist nun gestartet
doch leider nicht wie du erwartet.
Du wunderst dich, ein Draw entsteht,
der sonst das ganze Jahr nicht geht.
Am Sand vorbei - bange Sekunden
na gut, dann spiel ich halt von unten.
Und schon das Par am 1. Loch,
schön und nicht schwer - so mag ich`s doch.
Der Weg zur 2 die Strasse quert,
der Bus der dich fast überfährt,
der karrt wohl ein paar deutsche Michel
wieder hinauf nach Aiderbichl.
Noch reichlich zitterig im Knie
setzt du die Kugel auf das Tee,
dein Abschlag dennoch g`rad und weit,
das wurde auch so langsam Zeit.
Zwei Eisen und zwei Putts gemacht,
schon ist die Aufgabe vollbracht.
Zwei Pars in Folge - du fühlst gleich
dich wie im Golferhimmelreich.
Am 3. Abschlag bist du weiser, 2
gleich rechts da ist das Out für Slicer,
und links liegt eine richtig nette
raughbewachs´ne Hügelkette.
Das Fairway wirklich nicht sehr breit,
der Knick zum Dogleg meilenweit
und es verschluckt ein Bächlein helle,
deinen Fade gleich auf der Stelle.
Mit Strafschlag legst du vor - na klar
bietet dein Bach sich wieder dar .
Du denkst -o Gott- nicht noch einmal,
doch ganz genau das ist der Fall.
Am Weg zur 4 zählst`mit Bedacht,
dann schreibst du die verdammte 8.
Vergiß es schnell - blick ohne Zaudern
nach vorn - doch das läßt dich erschaudern.
Der Niklaus - oh ich könnt ihn hassen,
hat wohl im Schrank nicht alle Tassen.
Vor dir ein Wasserallerlei,
mit Biothop und Wüstenei.
Auch Bunker - und dann wird dir heiß,
rechts wieder out - für deinen Slice.
Doch reicht dein Eisen 4 zum Grün
und glücklich kannst du weiterzieh`n.
Am 5. Abschlag kurz verweilt,
das Fairway wieder zweigeteilt-
und du sinnierst gedankenschwer
wo kommen all die Bäche her?
Doch 180 Meter sind
besonders heut` bei Rückenwind,
kein großes Ding - sollte man meinen
den Driver raus - und gib ihm einen.
Doch schon der Klang ist`s der belegt,
du hast mal wieder vorgelegt.
Du kratzt die fünf - zum 6. Loch ,
das 1er raus - du kannst es doch.
Zuerst bangst du nur um die Weite,
dann trittst du noch 2 Schritt zur Seite
als hätt` der Winkel deines Blickes,
Einfluß auf des Ball Geschickes.
Im See , da baden Entensippen, 3
ein " Quak" entringt sich deinen Lippen.
Ein Warnruf ist des Golfers Pflicht -
und "Fore" verstehen sie ja nicht.
Die 7 ist ein Loch für Zocker ,
lang über`s Wasser - oder locker
nur vorgelegt - den Ärger meiden -
und langsam mußt du dich entscheiden.
Das Fairway schmal, fast wie ein Steg,
nur zögernd greifst du in dein Bag
und dann dein Kumpel der dich fragt:
"Geh´st wieder auf die Entenjagd ?"
Doch an der 8 ist es vollbracht,
und keine Ente Ärger macht -
nur Fleckvieh schaut in aller Ruh`
dir stoisch wiederkäuend zu.
Schon hast du alles abgewogen
und auch dein 1er Holz gezogen.
Nur Pech, daß mitten in dem Schuß,
ein so ein Jungstier brüllen muß.
Dein Slice ins Rough wird schon notorisch,
so spielst du also provisorisch-
und deine Partner zieh`n vom Leder:
"Beim 2. mal , da kann´s doch jeder."
Du suchst im Hang, im frischen Gras,
machst dir die neue Hose nass-
und findest auch der Bälle 3
nur deiner - der ist nicht dabei.
Und tief enttäuscht, mental schon schwach,
gehst du dem Ball im Spiel nun nach.
Jetzt steht ein Kirschenbaum im Wege,
du denkst an eine Motorsäge.
Dann also links vorbei mit Slice,
den kannst du ja wie jeder weiß.
Dein guter Durchschwung stafft die Wade-
der Ball ist lang - und hammergerade.
Du kommst über die 7.Bahn
Nun endlich doch ans Grün heran.
Von der Terrasse ein paar Gfraster,
die schau`n dir zu - bei dem Desaster.
Zur 9 - ein " Platsch" - du sahst es kommen, 4
hast drum den alten Ball genommen -
doch was dann folgt ist auch nicht ohne,
der bittere Weg - zur Dropping Zone.
Und deine Partner stehen stumm
um die verfluchte Matte `rum.
Doch Pitch und Putt - du bist im Loch,
ein Boogie -und das geht ja noch.
Völlig gelöst - habt ihr`s geseh`n,
knallst du den Abschlag auf die 10.
Der 2. Schlag ist erste Sahne,
auf die recht kurz gesteckte Fahne.
" Ich bin am Grün" - denkst du verwegen
da kommt dir schon dein Ball entgegen.
Chip 3 und 4 steh`n am Programm,
der Letztere etwas zu stramm.
Dein Putt bergab - am Loch vorbei,
schon bist du wieder bei Chip drei.
Erst als vor Wut das Blut dir kocht,
hast du die Kugel eingelocht.
Dann hoch zur 11, da bist du froh,
da gibt es wenigstens ein Klo.
Erleichtert - im Wortes Doppelsinn,
siehst du den Drive dann bergwärts zieh`n.
Als Topp - weil du beim Schwung gehudelt,
hast du den Ball aufs Grün genudelt -
und hättest wohl das Par vollbracht,
wenn du den Dreiputt nicht gemacht.
Und nochmals hoch auf`s 12. Tee ,
den Ausblick dort vergißt du nie ;
der dient als Vorwand dir zur Rast,
weilst eh` grad keine Luft mehr hast.
Dann schwingst du - und mit Ungemach
blickst du dem Flug des Balles nach-
und hast - vom Rundblick noch besoffen,
das Grün schon wieder nicht getroffen.
Auch von der 13 dieser Blick,
der Grund war, für dein Mißgeschick.
Doch diesmal ignorierst du ihn,
du kennst ihn ja schon - von vorhin.
Herrgott - wie ist es wieder schön, 5
nach all der Plag` - bergab zu geh`n.
Und auch die Bälle rollen weiter,
das Par stimmt dich schon wieder heiter.
Die 14 ist ein Hundebein -
und dementsprechend hundsgemein.
Ein hoher Draw wäre von Nöten,
doch dein Ball - würde Dackel töten.
Doch rollt er noch bis in den Sand,
so riesig wie ein Meeresstrand.
Die Fahne fern im Nirgendwo,
du fühlst dich wie in Jesolo.
Und hackst dich weiter mit viel Müh`n
Von Sand zu Sand - in Richtung Grün.
Was dir sehr schnell die Laune nimmt,
besonders hier bei Gegenwind.
Das Ohr verstopft, das Auge zuckt -
Im Munde knirscht`s - die Nase juckt.
Im Flight kursiert frohes Gewitzel,
weil`st schon paniert bist wie ein Schnitzel.
Doch dann die 15 - ein Genuß,
auch leicht bergab - das Par ein Muß.
Dein Fade vom Abschlag macht dir Mut,
hier endlich ist er für was gut.
Und bald verbuchst du als Gewinn,
das Par - mit lockerem Tap- in.
Doch tief in dir knurrt dein Gewissen:
"Das hätt` das Birdie werden müssen."
Der Anblick der 3 letzten Bahnen,
läßt eine Dreiecksform erahnen -
und sehr bedrohlich findest du das,
man kennt das ja - von den Bermudas.
Daß hier so manches Score ersäuft,
merkt man, wenn man zur 16 läuft.
Denn von der Spielbahn gegenüber
tönt lautes Weh` und Ach herüber.
Die 16 zeigt dir gleich die Krallen,
nur rechts vor`m Grün würd`s dir gefallen.
Doch vorzulegen am Par 3,
das gilt zurecht als Stümperei.
Also "no risk - no fun" gespielt, 6
und einfach Mitte Grün gezielt.
Über die Steine bei den Teichen,
ein Eisen 6 , das sollte reichen.
Sekunden später ist dir klar,
daß es das falsche Eisen war.
Und nächstes Mal - mußt du bekennen,
soll´n sie dich lieber Stümper nennen.
Dein nächster Drive ist lang und gerade
was an der 17 wirklich schade
da du im Raugh gelandet bist ,
weil diese Bahn ein Dogleg ist.
Du suchst im Hang und du fühlst vage
ein deja vue vom gleichen Tage -
und die Erkenntnis kommt mit Macht
das hattest du schon - an der 8.
Doch diesmal findest du den Ball
und wie er liegt, ist das ein Fall
um nach dem 7er Holz zu greifen
auf Taktik muß man manchmal pfeifen.
Und dann - was für ein Sonntagsschlag,
der Flug zum Grün kaum enden mag,
lässig - mit inn´rem Stolz jedoch
reparierst du das Einschlagloch.
Wie eine Oper nicht gelungen
eh´ nicht die dicke Frau gesungen
ist Top ein Platz erst - in der Tat,
wenn er ein grosses Finish hat.
Ist das Prinzip auch zu begrüssen,
so dick hätt´s nicht gleich kommen müssen -
denn schon der Abschlag macht dir Sorgen
liegt er doch tief im Schilf verborgen.
Zu Recht vermutest du auch hier
im Biotop so manch Getier.
Tatsächlich gibt es neben Ratzen
auch Bremsen - fast so groß wie Spatzen.
Es mutet auch dein Tun sodann,
wie eine Pantomime an -
versuchst gleichzeitig abzuschlagen
und all die Biester zu verjagen.
Du nimmst kaum wahr, was auf dich wartet, 7
wie die Probleme wohl geartet.
Nur weg von hier ist all dein Sinnen,
gottlob, die Kugel fliegt von hinnen.
Da war ein Out - und ganz schön viel
an Wasserläufen noch im Spiel.
Zum Glück - kannst du dir jetzt gesteh´n,
hast du das vorher nicht geseh´n.
Dein 2. Schlag mit dem Holz 7,
ist leider etwas links geblieben -
so ist die Sorge die du hast
am letzten Baum - ein dürrer Ast.
Der Trick, wie ich das Ding umspiele
ist - wenn ich direkt darauf ziele
doch du erfährst, wenn du nur willst
wie punktgenau du manchmal spielst.
Mit Strafschlag übers Grün hinaus,
vom Sand zurück- ein wahrer Graus -
wieder im Wasser ist dein Ball,
also zurück- und noch einmal.
Und dann lochst du noch - wie zum Hohn,
den Ball beim nächsten Schlage schon.
Dies - und der Dank der Freunde macht,
daß dir das Herz bald wieder lacht.
Auf der Terrasse gönnst du dir,
ein wohlverdientes grosses Bier,
genießt dasselbige mit Wonne
nachdenklich in der Abendsonne.
War´s himmlisch - war`s ein Teufelsspiel,
es war von beidem wohl gleichviel
das diese Runde dir gebracht -
und Golf so unvergleichlich macht.
Für Frau Catarina Hofmann
Zum Martiniganslturnier 2005 |